Solidarität – wann, wenn nicht jetzt?

23.03.2020 12:04 von Götz Gödecke

Was machen jetzt unsere Trainer und Referenten???????????????????????

Am Freitag haben wir Teilnehmer der neuen Ausbildung zur/m Fachpädagog*in für Konfliktkommunikation informiert, dass das erste Modul leider nicht stattfinden kann. Einen Absatz aus der Mail möchte ich hier zitieren: „Vielleicht haben Sie in Anbetracht der Krise auch überlegt, ob Sie von der Fortbildung zurücktreten. Wenn Sie darüber nachdenken, bitten wir Sie, folgendes dabei auch zu überlegen: In Gesprächen mit vielen unserer Referenten, die fast alle selbständig sind und ihren gesamten Lebensunterhalt durch Seminartätigkeit bestreiten, wurde schnell deutlich, wie gerade unsere Referenten ganz existenziell durch diese Krise getroffen und bedroht sind. Wir fühlen uns unseren Referenten in dieser Situation sehr verpflichtet und wollen sie damit nicht alleine lassen. Deshalb würden wir uns freuen, wenn Sie uns bei diesem Anliegen unterstützen und diese Gedanken in Ihre Überlegungen mit einbeziehen.“

 

Das ist eines der Themen, die mich in der letzten Zeit beschäftigen. Unsere kleine Akademie ist selbst durch diese Krise stark getroffen und gar nicht in der Lage, alle Ausfälle ausgleichen und doch gibt es Möglichkeiten, die wir haben. Und einiges haben wir auch schon umgesetzt.

 

Was wir immer machen können, ist, die Menschen zu sehen, die jetzt besonders durch die Krise, die Isolation und die Schließungen betroffen sind und ihnen zeigen: „Hey, ich hab´ Dich im Blick! Mir ist es wichtig, wie es Dir geht. Ich kann nicht alles lösen, aber vielleicht kann ich einen Teil beitragen.“

 

Das betrifft natürlich nicht nur unsere Referenten. Musiker, Schauspieler, Köche, Kellner, jobbende Student*innen, Obdachlose und viele, viele mehr, die dringend verlässliche Zeichen brauchen: „Wir lassen Euch nicht allein“, Zeichen, die auch noch gelten, wenn die Corona-Krise vorbei ist.

 

Mein Anliegen ist zurzeit, unsere Referenten zu unterstützen und ich bitte Sie darum, es wohlwollend aufzunehmen, wenn ich in nächster Zeit wieder darauf zurückkomme. Und ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn gerade in dieser Zeit in der wir uns zurückziehen und isolieren „müssen“ eine allgemeine Haltung wächst, dass wir mehr Anteil nehmen am Leben unserer Mitmenschen.

 

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