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„Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen“

27.10.2014 - 28.10.2014

 Gruppendynamik, Gruppenkonflikte und Erziehungsprozesse in der Jugendhilfe

 

In gewisser Weise haben wir in der stationären Jugendhilfe immer ein „Dorf“, das „mit erzieht“, die anderen Kinder und Jugendlichen aus der Gruppe sind immer dabei. Im Guten oder im „weniger Guten“. Der Kontext der Gruppe gibt auch einen weiteren Zugang zum Verstehen des Einzelnen: Wie können wir Jochens „Ausrasten“ besser verstehen? Wie können wir seine Ausraster nutzen, um ihm seine nächsten Entwicklungsschritte zu erleichtern? Wie können wir eine Gruppenkultur schaffen, die es allen Mitgliedern erleichtert, ihr Potenzial besser zu nutzen?
 

Gruppenkonflikte beeinflussen unsere Wahrnehmung: Konflikte polarisieren und vernebeln unsere Bewusstheit. Unwillkürlich entstehen starke Spannungen, die uns in unangenehme innere Zustände versetzen. Und wir wollen derartige Situationen "schnell hinter uns bringen" oder, noch besser, ganz vermeiden.

 

Wie wäre es, wenn wir Gruppenkonflikte einmal anders betrachten, nämlich als "Eingangstüren" zu "anstehenden" Entwicklungsprozessen? Dann müssten Konflikte nicht per se zerstörerisch sein, sondern bieten eine Chance für alle, nämlich die Chance auf eine Begegnung, die zu „echter Gemeinsamkeit" führt. „Echt“ ist eine Gemeinschaft nämlich dann, wenn die Unterschiede willkommen sind und dazu gehören.

 

So denkt auch Arnold (Arny) MIndell, der Begründer der „Prozessarbeit“ (process work). Er betrachtet Konflikte weder als Problem, noch als Resultat von Defiziten oder gar als Ergebnis von Charaktereigenschaften einzelner Personen. Mindell versteht Konflikte vielmehr als Ausgangspunkt für Entwicklungsmöglichkeiten. Entwicklungsmöglichkeiten, die darauf abzielen, die Vielfalt innerhalb der Gruppe zu realisieren. Konflikte und Spannungen sind dazu da, aufzuwecken, zu bewegen und in Beziehung zu bringen -  und gerade nicht, um zu (zer-) stören.

 

 

Prozessarbeit

 

Die Methodik der Prozessarbeit wurde von Arny Mindell entwickelt. Sie gründet auf dem tiefenpsychologischen Erklärungsmodell der Jung´ schen Analyse. Mindel hat Jungs Konzept auf die Ebene der Erfahrung erweitert und um körperorientierte Übungen und gruppenbezogene Selbsterfahrungs-Konzepte ergänzt. In der Prozessarbeit wird an verschiedenen Themen jeweils mit unterschiedlichen Werkzeugen gearbeitet, immer auf der Basis eines ganzheitlichen Menschenbildes und mit einer prozessorientierten, entwicklungsbezogenen Perspektive. Grundlage ist die Annahme, dass die Schlüssel zu weiterführenden Lösungen in den Störungen selbst enthalten sind. Auf dieser Grundlage wird die Prozessarbeit erfolgreich angewendet, wenn es darum geht, Veränderungsprozesse zu begleiten: in Psychotherapie, Beratung, Coaching und Supervision; in der Konfliktarbeit, in der Arbeit mit Teams, Organisationen, Gemeinschaften und mit sozialen Spannungsfeldern, also auch in den praktischen Feldern der Jugendhilfe.

 

 

Inhalte:

 

Der Workshop besteht aus Elementen von

  • Selbsterfahrung
  • Training
  • und theoretischer Grundlagen.

 

Es wird mit vielen lebendigen Beispielen und Übungen aus der Prozessarbeit Mindells gearbeitet. Inhaltlich geht es um

  • Beziehung und Konflikt
  • Diversität und das "Worldwork"-Konzept
  • Rollenkonzepte und Rangtheorie
  • Orientierung und Übersicht in komplexen Gruppen.

 

 

Referentin:        Sylvia Hörtreiter
     
Workshop:   27. und 28. Oktober 2014
    (jeweils 9.00-17.00 Uhr)
     
Preis:                 250,00 € inkl. MwSt.
                         Im Preis sind Seminarunterlagen, Kaffee, kalte Getränke, Obst und Gebäck enthalten.
     
     
Ort:                    VIA NOVA Akademie
                           Schütterberg 19, 25524 Itzehoe

 

 

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